Evaluation

Eine professionelle Dokumentation und Evaluation über Umsetzung und Wirkung im Schulalltag begleitet die schrittweise Einführung der Neuen Mittelschule in Niederösterreich. Erhoben wird, wie die konkreten pädagogischen Ziele des „Niederösterreichischen Schulmodells“ umgesetzt und welche Möglichkeiten den betroffenen SchülerInnen dadurch eröffnet werden. Eine entsprechende Evaluation sollte so angelegt sein, dass sie die schulischen Erfolgsbedingungen in ihrer Gesamtheit erfassen und so kontinuierlich zur Optimierung der Umsetzung beitragen kann. In diesem Sinne führt die Abteilung für Schule, Bildung und Gesellschaft der Universität Wien eine Evaluation des „Niederösterreichischen Schulmodells“ durch. Das Evaluierungskonzept wurde in Zusammenarbeit mit dem Landesschulrat für Niederösterreich entwickelt. Durch eine gestufte Integration verschiedener Untersuchungsmethoden (Interviews, Gruppendiskussionen, Fragebögen, Peer Evaluation) in einem Mehrebenenmodell wird die Breite und die Leistungsfähigkeit des Schulmodells erfasst.

Vorarbeiten für die Evaluation starteten mit Jänner 2010. Es sollen Daten und Erfahrungen gesammelt und Verfahren generiert werden, die langfristig in die Entwicklung von Schulqualität einfließen. Von besonderer Bedeutung für das Gelingen dieses Vorhabens ist es, dass SchülerInnen, Lehrkräfte, Schulleitung, Schulaufsicht und Eltern als ExpertInnen und PartnerInnen eingebunden werden. Wo es möglich ist, soll lokal und fallbezogen vorgegangen werden, sodass die Ergebnisse unmittelbare Relevanz für die Beteiligten haben können. Im Zuge der Verlängerung der Evaluation (2015-2017) wurden  auch SchülerInnen der 9. Schulstufe in die Erhebungen miteinbezogen. Vertiefend stützt sich die Evaluation auf die vier Säulen Transitions (Übergänge), School Settings (Schullandschaften), Instructional Patterns (Unterricht) sowie Capacity Buildung (Zusammenarbeit).

Im Rahmen einer Follow-up-Studie (finanziert durch den Jubiläumsfond der Österreichischen Nationalbank/ OeNB) wird die Evaluation bis 2020 fortgeführt. Die Follow-up-Studie beinhaltet die (längsschnittliche) Erfassung und Analyse von Bildungsverläufen ehemaliger NMS-SchülerInnen aus Niederösterreich bis zum Ende der Sekundarstufe II. Im Zuge der Follow-up-Studie werden die bisherigen 3 SchülerInnen-Kohorten (4.-9. Schulstufe; beginnend mit 2010) bis zum Ende der Sekundarstufe II weiterverfolgt und in der 12. Schulstufe erneut befragt (Panelbefragung). Dabei wird erforscht, ob sich der Besuch einer NMS und die damit in Verbindung stehenden Schulerfahrungen als nachhaltig für die weiterführende Bildungskarriere in der Sekundarstufe II erweisen. Damit verknüpft sind auch die Fragen inwieweit es ehemaligen NMS-SchülerInnen gelingt, ihre ursprünglichen Bildungsziele aufrechtzuerhalten und zu realisieren sowie welche Bedeutung hierbei den bisherigen Schulerfahrungen in der Sekundarstufe I zukommt. Eine SchülerInnenkohorte umfasst neben SchülerInnen der NMS auch SchülerInnen der AHS-Unterstufe und der ehemaligen Hauptschule. Die Auswertung der Daten mithilfe von Längsschnitt – und Mehrebenenanalysen ermöglicht es, die Bildungsverläufe der SchülerInnen im Zusammenspiel von sozialen, regionalen sowie inner- und außerschulischen Gegebenheiten zu untersuchen.